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Troll Ole und der Elfenstab - Eine Weihnachtsgeschichte


Erster Ausschnitt:

Hoch oben im Norden, wo die Berge auch im Sommer weiße Mützen aus Schnee tragen, leben die Trolle. Die Geschichte von einem besonderen Weihnachtsfest bei den kleinen, lustigen Gesellen erzählt man sich dort heute.

Der Nordwind mit Schnee und Eis im Gepäck stürmt um die kleinen Hütten der Trolle.
Es ist Winter. Das ganze Jahr über waren die Trolle fleißig. Längst ist das Holz hinter den Hütten gestapelt, die Speicher sind reichlich mit Vorräten gefüllt. Alle sind glücklich und es sind nur noch wenige Tage bis zum Weihnachtsfest.Wie oft an den langen Winter-
abenden sitzen die Trolle in den warmen Stuben zusammen. Im Schein der Kerzen glitzern zarte Eisblumen an den geschmückten Fenstern. Die Alten wärmen sich auf der Ofenbank und erzählen den Kindern Geschichten aus längst vergangener Zeit.





Troll Ole und seine Freunde können das Fest kaum erwarten. Sie singen und musizieren, backen Pfefferkuchen und basteln kleine Geschenke. Keiner wird vergessen. Für die Tiere des Waldes werden im Garten Figuren aus Stroh aufgestellt. Ein kleines Häuschen am Küchenfenster hält Futter für die Vögel bereit. Nicht nur die Tiere freuen sich darüber, auch die Kinder drücken sich am Fenster ihre Knollennasen platt, um genau zu sehen, was draußen geschieht.

Der Sturm lässt nach. Es ist eine klare, eisige Nacht. Die Sterne funkeln, einer heller als der andere, und am Himmel tanzen Lichter wie farbige Flammen. „Das ist die Königin des Lichtes.“, erklärt Ole seinen Kindern Lilli und Thore. „Sie erhellt die Nacht und achtet darauf, dass in der Dunkelheit niemandem ein Leid geschieht.“ Es ist spät geworden. Die Kleinen fallen müde in ihre Betten und träumen schon vom nächsten Tag. Im Dorf soll der große Lichterbaum aufgestellt werden und die Kinder dürfen zum ersten mal mit hinaus in den Wald, um ihn auszusuchen.


Am Morgen schneit es wieder. Aus dicken Wolken fällt immer mehr Schnee auf die Erde. Die Hütten der Trolle sind kaum noch zu sehen. Ole ist zeitig aufgestanden, um den Weg frei zu räumen. Bienjulf, der starke Elch, hilft ihm dabei und schaufelt mit seinem großen Geweih den Schnee zur Seite. Wenig später ist alles wieder weiß.





„Werden wir bei diesem Wetter in den Wald fahren können, um den Weihnachtsbaum auszusuchen?“, möchte der Elch wissen. “Wir versuchen es.“, antwortet Ole und bindet seine Schneeschuhe am Schlitten fest. Die wird er später brauchen, um nicht im Schnee zu versinken. Aus dem Schuppen holt Ole das Werkzeug und Bienjulf zieht den großen Schlitten vor die Hütte. Die Beiden haben alles vorbereitet, als Thore und Lilli aus der Hütte kommen. Eingehüllt in warme Mäntelchen aus Schafswolle stapfen sie durch den Schnee. „Guten Morgen, Vater, guten Morgen, Bienjulf!“, rufen sie übermütig und rennen in Ole’s offene Arme.„Na, ihr zwei, habt ihr gut geschlafen?“, will er wissen. „Ja!“ antworten beide, wie aus einem Mund. „Ich hab’ geträumt, wir fliegen auf einer weißen Wolke über’s Land.“, fügt Lilli hinzu. „Auf einer weißen Wolke?“, fragt der Vater erstaunt. Doch er kommt nicht dazu, der Sache auf den Grund zu gehen. „Wir müssen los!“, mahnt Bienjulf. Trine, Ole?s Frau, reicht warme Decken und etwas Essen. Danach umarmt sie ihre Lieben und gibt jedem einen dicken Kuss. „Viel Glück!“, wünscht sie. „...und kommt heil’ wieder nach Hause!“ Ole und die Kinder winken Trine vom Schlitten aus zu. Bienjulf zieht das hölzerne Gefährt durch das verschneite Dorf. Auf ihrem Weg treffen sie viele Freunde. Jeder wünscht ihnen eine gute Heimkehr.

Der Wind weht kräftiger und der Schnee fällt dichter. Trotzdem sind die Vier gut gelaunt. Während der Fahrt erzählt Ole eine Weihnachtsgeschichte. So heißt im hohen Norden der Weihnachtsmann. Thore und Lilli hören aufmerksam zu.

Schon bald erreichen sie den tief verschneiten Wald und machen zunächst eine Rast. Die Kinder wärmen sich mit heißem Holunderblütentee. Danach beginnen sie mit der Suche nach dem Weihnachtsbaum. Wie jedes Jahr brauchen die Trolle eine große, gut gewachsene Fichte und hier wachsen die schönsten Bäume weit und breit.
Ole geht als erster in den Wald. Mit seinen Schneeschuhen kommt er gut voran. Immer dichter fällt der Schnee, durch die Bäume weht stürmischer Wind. „Wir müssen uns beeilen, das Wetter wird schlechter!“, ruft Ole den Kindern zu. „Bleibt dicht bei mir, damit wir uns nicht verlieren.“ Sie kommen an eine Lichtung. „Wir sollten umkehren!“, gibt Bienjulf zu bedenken. „Du hast recht, mein Freund.“, antwortet Ole und sieht sich nach Lilli und Thore um. „Sollen wir ohne Weihnachtsbaum zurück ins Dorf fahren? Wir haben keine Angst! Bitte, bitte, lass uns den Baum aussuchen!“, betteln die Kinder.
Lilli und Thore schmiegen sich an ihren Vater. Bienjulf schützt die Drei vor dem eisigen Wind. Dichtes Schneetreiben nimmt ihnen die Sicht. Ole denkt nach. Er weiß nicht, ob der Sturm noch stärker wird. „Ich hab’s!“ ruft er plötzlich. „Ganz in der Nähe muss eine kleine Schutzhütte sein. Lasst uns dort hin gehen und warten, bis das Wetter besser wird.“, schlägt Ole vor. „Das ist eine gute Idee!“, stimmen der Elch und die Kinder zu und machen sich auf den Weg. Sie stemmen sich gegen den Wind, mit ihren kleinen Händen schützen Lilli und Thore ihre Gesichter vor dem Schnee.

Wenige Schritte hinter einer großen Schneewehe finden sie die alte Schutzhütte.




Rundherum eingeschneit ist über dem Schnee gerade noch das Dach zu sehen. Ole und Bienjulf räumen den Eingang zur Hütte frei. Die alte Holztür klemmt ein wenig. Die Vier treten ein und in der Hütte finden sie alles, was man braucht, um einen Wintersturm gut zu überstehen. In der Ecke liegt Holz für ein wärmendes Feuer, über dem Kamin hängen sogar noch einige getrocknete Fische. „Vater, woher kennst du diese Hütte?“, wollen die Kinder wissen. „Ach, wisst ihr, das ist eine lange Geschichte.“, beginnt Ole zu erzählen und zündet dabei im Kamin das Feuer an. „Diese Hütte gibt es schon sehr lange. Euer Großvater zeigte sie mir, als ich noch so klein war, wie ihr. Und auch er kannte sie von seinem Vater. Wir Trolle nutzen die Hütte besonders im Frühjahr, wenn wir hier sind, um neue Bäume zu pflanzen.“„Neue Bäume...?“ fragend schauen die Kleinen ihren Vater an. „Natürlich!“, lacht Ole. „Jedes Jahr im Frühjahr pflanzen die Trolle kleine Bäume und so geschieht das schon seit vielen hundert Jahren. Es dauert sehr lange, bis aus einem kleinen Pflänzchen ein großer Baum gewachsen ist oder gar eine besonders hohe Fichte.
Die schönsten von ihnen werden eines Tages als Weihnachtsbaum geschmückt werden.“...

... Zeit vergeht. Der Schneesturm treibt noch immer dicke Flocken vor sich her. Der Weg zur Hütte ist verschneit, kleine Bäume und Sträucher sind vom Schnee zugedeckt. Alles ist weiß. Ole sieht aus dem Fenster. Draußen wird es langsam dunkel. Der Troll zündet eine Kerze an und sagt zu Bienjulf: „Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht. Wir werden wohl hier übernachten müssen.“ “Hurra, hurra, wir bleiben hier! Das wird ein richtiges Abenteuer!“, freuen sich die Kleinen. Doch gleich darauf sorgt sich Lilli: „Aber Mutter wird auf uns warten.“ “Das glaub’ ich nicht, Kleine. Mutter kennt diese Hütte und wird sich denken können, dass wir hier sind,“ beruhigt Ole seine Tochter.

Die Nacht kommt und der Nordwind stürmt unaufhörlich um die Hütte. Die Vier sind müde. Der Elch liegt zufrieden am warmen Herd. Die beiden Trollkinder schlafen auf Strohsäcken und Ole deckt sie mit Wolldecken zu. Dann legt auch er sich zur Ruhe. In der Hütte ist es still. Nur manchmal knistert das Feuer im Kamin. Plötzlich hört Bienjulf ein Geräusch und denkt: ,Was war das? ...



Zweiter Ausschnitt:

Die Gipfel der Berge sind eingepackt in große, weiße Wolkenkissen."Dort muss der Gevatter wohnen. Sicher schläft er gerade und sammelt neue Kraft?", denkt Ole. Nach einer Rast und einer Stärkung beginnen sie mit dem Aufstieg ins Wolkenschlafgemach des Gevatters. Höher und höher klettern Ole und seine Gefährten hinauf auf den Berg. In regelmäßigen Abständen weht ihnen ein kalter Wind entgegen, begleitet von einem tiefen Grollen, als würde der Nordwind schnarchen. Langsam durchdringen sie das Wolkenkissen und stehen bald auf dem Gipfel des Berges.

Gevatter Nordwind schläft tief und fest. Er bläst seine Backen auf und nichts stört seine Ruhe. Ole überlegt wie er ihn wohl wecken könnte ohne ihn zu erschrecken. Es ist nicht mehr viel Zeit und bald wird es dunkel werden. Lilli hat eine Idee: „Wisst ihr was, ich werde es mit einem Lied versuchen.“ Diesen Vorschlag finden alle gut. Die Kleine ist sehr aufgeregt und stellt sich ganz dicht neben den schlafenden Nordwind. Ganz leise erst, dann etwas lauter werdend, singt sie mit ihrer klaren Stimme ein Weihnachtslied, Strophe für Strophe. Ole ist stolz auf seine Tochter. Langsam öffnet der Nordwind die Augen. Andächtig lauscht er dem Gesang des Mädchens. Er lächelt und es weht nur ein leichter Wind, so, als hielte der Gevatter für einen Moment die Luft an. Als Lilli ihr Lied beendet hat, begrüßt sie den Nordwind freundlich: „Guten Tag, lieber Gevatter. Wir grüßen dich recht herzlich. Sei bitte nicht erzürnt, dass wir dich geweckt haben.“ „Warum sollte ich euch böse sein?“, antwortet eine tiefe Stimme. „Noch nie in meinen Leben wurde ich mit so einer wunderschönen Melodie geweckt. Wie heißt du, kleine Künstlerin?“ Das Trollmädchen fühlt sich geschmeichelt. „Ich heiße Lilli, und das ist meine Familie.“ „Lilli, das ist ein schöner Name.“ sagt der Nordwind. „Aber ihr seid doch nicht hier, um mir ein Lied vorzusingen. Was hat euch dazu bewogen, solch eine beschwerliche Reise auf euch zu nehmen, noch dazu einen Tag vor Weihnachten?“ fragt er den Rest der Gruppe...


Dritter Ausschnitt:

Im Weihnachtsdorf ist helle Aufregung, als die unerwarteten Gäste eintreffen. Viele Trolle laufen hektisch hin und her. Sie verpacken die Geschenke und kleine Elfen verschnüren die Päckchen mit farbigen Bändern. Ein großer, mit buntkarierten Flicken besetzter Sack steht bereit. Dort hinein wandern unzählige Puppen, Teddybären und Häschen aus weichem Plüsch. Zwölf Rentiere, eingespannt vor einem riesigen Schlitten, warten ungeduldig auf ihren Einsatz in dieser Nacht. Ole und seine Begleiter staunen über das muntere Treiben. Am Haus vom Weihnachtsmann werden sie bereits erwartet. Schon von weitem erkennt Ole eine stattliche Gestalt mit langem, weißen Bart. In seinen roten Mantel gehüllt schaut der Weihnachtsmann den Ankömmlingen mit ernster Miene entgegen. Ole tritt tapfer vor ihn hin, verneigt sich und öffnet seine Hand...







Leseprobe 1
Troll Ole und der Eisdrachen

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Leseprobe 2

Troll Ole und der Elfenstab -
Eine Weihnachts-
geschichte

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