Troll Oles Familie Trollbücher Kinderbücher Links Infos und Termine Projekte Trollpuppen Gastseite Gästebuch   Troll Ole und der Eisdrachen

Erster Ausschnitt:

„Frühling, endlich ist es Frühling!“, rufen die Trollkinder und springen ausgelassen durch das Dorf. Der Winter hatte sich erst vor wenigen Tagen in die Berge zurückgezogen, doch schon stecken die ersten Krokusse und Schneeglöckchen ihre Spitzen aus der noch kalten Erde, um einen Sonnenstrahl zu fangen.

Es duftet nach Frühling. Die Trolle öffnen Fenster und Türen und lassen die Frühjahrssonne in ihre kleinen Hütten. Die schon kräftigen Sonnenstrahlen bringen Wärme und Licht in jedes Heim. Wie jedes Jahr zu dieser Zeit gibt es viel zu tun. Hier und da liegt noch ein schmutziger Rest vom letzten Schnee und nicht immer war der Winter freundlich gewesen. Ein Schneesturm hatte Bretter an einigen Dächern abgerissen und mancher Weg war vom Schmelzwasser zerstört worden.

Die Trolle putzen und fegen, hämmern und sägen, und auch die Tiere helfen ihnen dabei. Der Igel bürstet lose Farbe von den Wänden und die Trollkinder machen sich einen Spaß daraus einige der Hütten mit frischer Farbe bunt anzumalen. Der Elch Bienjulf zieht Baumstämme in das Sägewerk. Dort werden sie zu Brettern geschnitten, um damit die Dächer zu reparieren. Björn, der Bär, hilft ihm dabei. Gerade aus dem Winterschlaf erwacht, kann er schon wieder kräftig mit anpacken. Auch das kleine Eichhörnchen Pinsel hilft den Trollen beim Frühjahrsputz. Mit seinem buschigen Schwanz fegt es Terrassen und Wege blitzsauber. Gemeinsam mit vielen Helfern arbeiten die Trolle bis die Hütten sauber, die Dächer repariert und die Wege wieder begehbar sind.







Die Tage werden länger und wärmer, eigentlich zu warm für diese Jahreszeit. Auf den Bergen schmilzt mehr Schnee, als in den Jahren zuvor. Wassermassen bahnen sich ihren Weg in das Tal und selbst der älteste Troll hat solch einen warmen Frühling noch nicht erlebt. Die Kinder stört das weniger, denn noch nie zuvor konnten sie so zeitig im Jahr Baden gehen.Troll Ole und seine Freunde haben viel zu tun. Sie fürchten, dass bald die Wiesen überschwemmt sein werden und treiben das Vieh auf eine Bergweide.
„Das ist seltsam.“, sagt Ole zu seinem Freund, dem Elch. "Es ist so warm, wie im Sommer und dabei ist doch erst Frühling. Wenn das so weiter geht, wird bald der ganze Schnee im Gebirge getaut sein.“

Als sich das Wetter auch in den nächsten Tagen nicht ändert, werden die Trolle unruhig. Sie haben Angst, es könnte bald kein Wasser mehr geben. Die Wiesen würden in der Sonne verdorren und die Ernte auf den Feldern vertrocknen. Was können wir nur tun? Was ist nur mit dem Wetter los?, fragen sie sich. Wie immer in einer schwierigen Situation versammeln sie die Trolle auf dem Dorfplatz, um gemeinsam zu beraten.
Der alte Mühlentroll versteht die Aufregung nicht: „Auf Sonne kommt auch wieder Regen. Wir sollten noch etwas Geduld haben. Schließlich kann es nicht immer so warm bleiben.“
Manche Trolle stimmen dem Alten zu, andere zweifeln.




Sie reden alle durcheinander, jeder hat etwas zu sagen, nur Ole sitzt ganz still auf einem Baumstumpf und überlegt. Einige schauen ihn an. Hat er vielleicht eine Idee? Als Troll Ole sich zu Wort meldet, wird es still auf dem Dorfplatz. „Wir müssen zu Joso, dem Eisdrachen.“, sagt Ole. „Er bewacht den Gletscher und den Schnee im Gebirge. Bestimmt kann er uns helfen. Ich werde zu ihm gehen und ihn um Rat fragen.“ Den Trollen gefällt Oles Vorschlag. „Das ist gut! Ole geht zum Eisdrachen. Das ist gut. Sicher kann er uns helfen.“, reden wieder alle kreuz und quer. Hoffnung macht sich breit.

Nur Trine und die Kinder stehen nachdenklich daneben, denn sie wissen, was dieser Entschluss bedeutet: Ole hatte schon manche schwierige Aufgaben zu lösen, und oft hatten sie lange auf seine Rückkehr warten müssen.
„Gleich morgen früh brechen wir auf. Bestimmt kommen wir bald mit einer guten Nachricht zurück.“, versucht er seine Familie aufzuheitern. Am nächsten Morgen, die Sonne ist gerade aufgegangen, versammeln sich alle Trolle, um Ole und Bienjulf Glück auf dem Weg zu wünschen. Der Elch trägt das schwere Gepäck und Troll Ole umarmt zum Abschied seine Familie.
„Wir sind sicher bald wieder da. Auf Wiedersehen!“, verabschieden sich die Beiden. Die Trolle des Dorfes winken ihnen lange nach, als ob sie ahnten, dass es diesmal eine Trennung für längere Zeit werden würde.Bienjulf und Ole kommen gut voran. „Was meinst du, warum kann uns der Eisdrachen helfen?“, möchte der Elch wissen.
„Ich weiß es nicht genau, aber wo könnten wir sonst eine Antwort auf unsere Frage finden, wenn nicht beim Eisdrachen?“, antwortet Ole ein wenig zögerlich. An diesem Tag scheint die Sonne besonders heiß, und nachdem sie den ganzen Tag gelaufen sind, werden die beiden müde und legen sich zur Ruhe. Die Nacht vergeht. Langsam wird es hell, als Ole und Bienjulf unsanft geweckt werden. Große Steine rollen von den Bergen herab und die Bäume schwanken. Schnell springen die Beiden auf und verkriechen sich hinter einem Felsen, um nicht überrollt oder von einem umstürzenden Baum getroffen zu werden. Es ist, als ob die Erde bebte, doch plötzlich hören sie eine laute Stimme.





„He, ihr seid doch Ole und Bienjulf. Was macht ihr denn hier in meinem Bett.“?
Immer noch fassungslos sehen die Beiden nach oben. Als sie aber ihren alten Freund, den Riesen Jotun, erkennen, ist ihre Angst ist wie weg geblasen.

„Wieso Bett?“, fragt Ole. „Sind wir nicht in einem Tal?“
„Na ja, das Tal ist mein Bett und ich hatte mich mit der Wiese zugedeckt. Nach solch einem heißen Tag musste ich mich etwas abkühlen.“ Die Drei lachen und freuen sich über das Wiedersehen.
„Lasst mich nur schnell mein Bett machen.“, sagt der Riese. „Danach werden wir ein kräftiges Frühstück zu uns nehmen, und ihr erzählt mir, was euch in diese Gegend führt.“
Gesagt, getan – Ole und Bienjulf trauen ihren Augen kaum, als Jotun den Waldboden im Tal samt Moos und Bäume anhebt und wie eine Decke ausbreitete. Die Steine, die den Berg runtergerollt waren, legt er wieder an ihren alten Platz und zum Schluss werden die schiefen Bäume gerade gerückt.
„Ordnung muss sein, auch bei mir!“, schmunzelt der Riese und setzt sich zu seinen Freunden.
„Alle Achtung! Wir sind begeistert.“, lobt Ole den Riesen.

„Nun erzählt mir endlich, was ihr hier macht.“, fragt Jotun ungeduldig seine Freunde.
„Wir wollen zum Eisdrachen.“, antwortet Ole. „Irgendwas stimmt mit dem Wetter nicht. In unserem Dorf ist man besorgt und wir möchten Joso um Rat fragen.“ Ole erzählt dem Riesen auch von seinen Zweifeln, und dass es noch nicht einmal genau wisse, ob der Eisdrachen ihnen helfen kann. Jotun hört aufmerksam zu. „Du hast schon Recht. Es ist merkwürdig mit diesem Wetter. Auch ich habe so einen heißen Frühling noch nicht erlebt.“, erzählt der Riese. Die Sonne steht hoch am Himmel, und es scheint als würde dieser Tag so heiß, wie die anderen zuvor.
„Wisst ihr was? Mir kommt da so ein Gedanke. Was haltet ihr davon, wenn ich euch begleite?“, fragt Jotun. Ole stimmt sofort zu: „Wir würden uns riesig darüber freuen!“
„Riesig ! Das gefällt mir. Also, worauf warten wir? Los geht’s!“, freut sich auch Jotun. Ole, Bienjulf und der Riese machen sich auf den Weg.

Zweiter Ausschnitt:

Schon bald erreichen sie eine kleine Bucht. Genau wie es die Möwe beschrieben hatte, liegt dort ein kleines Segelschiff. Es ist aus Eichenholz gebaut und auf den ersten Blick unbeschädigt. Der Mast steht gerade, nur ein Segel fehlt.
„Ein schönes altes Boot. Merkwürdig, dass es niemandem gehört.“, wundert sich Ole. „Ob es auch noch schwimmt?“
„Probieren wir es!“ Mit diesen Worten hebt Jotun das Segelschiff an und setzt es ganz sanft ins Wasser. Es schaukelt auf den Wellen, als hätte es nur auf diesen Augenblick gewartet.
„Nun fehlt nur noch ein Segel, aber woher nehmen…?“, fragt der Troll seine Begleiter.
Wieder ertönt Frieda mit ihrer schrillen Stimme: „Riese hat Tasche! Tasche als Segel nehmen!“
Der Vorschlag ist gut. Schnell ist aus dem Stoff ein Segel geschnitten und am Mast befestigt. Das Boot ist repariert. Die Fahrt kann beginnen.





Dritter Ausschnitt:

Ole und Bienjulf sind müde.
„Es wird kälter...“, bemerkt Bienjulf. „.. und die Sonne ist nicht mehr so heiß wie an den letzten Tagen. Spürst du das auch?“
„Du hast Recht, es wird kalt. Das ist ein gutes Zeichen.“, antwortet Ole. „Bestimmt sind wir auf dem richtigen Weg.“Immer weiter fahren sie. Der Wind hat aufgefrischt und füllt das rote Segel mit kalter Luft. Die Beiden ruhen sich aus, als plötzlich etwas hart gegen die Planken stößt.Ole springt auf. „Was war das?“, ruft er erschrocken und schaut sich um, doch weit und breit sieht er nichts als Wasser. Wieder erzittert das Schiff nach einem kräftigen Schlag. Der Troll und Bienjulf beugen sich über den Bootsrand. In diesem Augenblick steigt eine riesige Wasserfontäne aus dem Meer. Die Beiden werden völlig durchnässt und fallen rückwärts auf das Schiff. Langsam richten sie sich auf, um erneut nachzusehen. Erst jetzt erkennen sie neben dem Boot einen kleinen schwarzweißen Schwertwal. Er gleitet durch das Wasser und hüpft verspielt über die Wellen.
„Es tut mir leid! Ich habe euch nicht gleich gesehen!“, entschuldigt er sich. „Ich heiße Mickel, und wer seid ihr?“






Ole muss noch einmal tief Luft holen, bevor er dem kleinen Wal antworten kann. „Das ist Bienjulf, der Elch, und ich bin Troll Ole. Du hast uns ganz schön erschreckt.“
„Das war nicht meine Absicht. Aber nun sagt mir, was macht ihr hier? “, möchte der kleine Wal wissen.




"Soweit einige Ausschnitte aus meinem neuen Trollbuch. Sicher wollt ihr wissen, wie die Geschichte weiter geht. Das erfahrt ihr im Kinderbuch "Troll Ole und der Eisdrachen."




Leseprobe 1
Troll Ole und der Eisdrachen

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